Mittwoch, 30. März 2016
The Bottom of the Well


Von Alice im Wunderland zur Apokalypse

Nach einem skurril wirkenden Intro schickt uns die Grafik-Novel letztendlich dann doch ins Survival.

Das Spiel verwendet dabei fast ausschließlich Textboxen und auch, wenn das Setting nicht das außergewöhnlichste ist, überzeugt das Spiel mit einer charmanten Art und einigen interessanten Spielideen.

Spiele deinen Traum

So ein Pech – da haben wir doch tatsächlich die "Alice im Wunderland"-Lesung verpasst die im Radio übertragen werden sollte. Als uns am nächsten Tag "Mad H." im Chat darauf anspricht, erklären wir uns und erzählen eine Geschichte, die jeder Lehrer als kreative Ausrede abtun würde.

Wir hatten nämlich einen verrückten Traum, und der ging so...
Den genauen Verlauf des Traumes, dem wir unseren Chatpartner erzählen, bestimmen nämlich wir. Das Grundsetting einer nuklearen Apokalypse ist dabei vorgegeben. Wir wir uns jedoch dabei verhalten, dürfen wir anhand von Multiple-Choice-Angaben selbst bestimmen.



Wen kontaktieren wir zuerst nach dem unweigerlichen Erkennen einer bevorstimmenden Apokalypse? Machen wir uns auf die Suche nach Freunden oder ziehen wir es vor unser Glück allein zu versuchen?

Rechts oder Links?

Dabei kommen wir immer wieder an Kreuzungen und Abzweigungen, die schnell Fragen aufrufen wie, "War der andere Weg vielleicht doch besser?" oder "Was meinst, du passiert wenn ich mich für das andere entschieden hätte?".
Und genau hier, liegt der potentielle Wiederspielwert des Spieles. Da ein Durchgang mit 30 min relativ kurz verläuft, ist die Verlockung gross es gleich noch einmal zu probieren und diesmal eine andere Abzweigung zu nehmen.


Charakter- und Inventargestaltung

Zusätzlich dazu, erlaubt uns das Spiel unseren Charakter am Anfang zu modifizieren. Attributen wie "Survival", "Supplies", "Fitness", "Career", "Social Life" und "Dating", können wir dabei bis zu 3 Punkten geben – aus zur Verfügung stehenden 9.



Am Anfang unserer Reise steht leider wie immer – das Packen. Auf limitierten Slots wählen wir aus ob wir beispielsweise eine Taschenlampe, eine Karte, Nahrung oder ein zweites paar Kleidung mitnehmen. Durch die limitierten Slots werden wir dazu gezwungen auf etwas etwas zu verzichten. Landen wir dann im Laufe der Geschichte in einem dunklen Areal, ist es nicht so günstig die Taschenlampe zuhause gelassen zu haben, dementsprechend hilft uns ein gut gepackter Rucksack im Laufe des Spiels länger zu überleben.



Darstellung

Das bei der Darstellungsform der Dialog gewählt wurde, hat mir dabei sehr gut gefallen.
Zuerst einmal, da das Spiel auf der Laptopoberfläche unserer Protagonistin beginnt, was mir optisch zusagt. Zum anderen, da unser Gesprächspartner kein maulfauler Typ ist der gerne unsere Entscheidungen kommentiert. Manchmal werden wir dabei verunsichert oder müssen ganz einfach anfangen zu Schmunzeln.



Ansonsten sind die grafischen Darstellung angenehm schlicht und versprühen den "mit-Liebe-gemacht"-Charm.

Face-off

Als einzigen Makel der mir aufgefallen ist, ist dass unsere Protagonistin, Alice C., ab dem Mund abgeschnitten ist. Das ergibt in soweit Sinn, wenn man möchte dass sich jeder Spieler selbst ein Gesicht denkt. Warum also dann im Charakter-Menü ein vollständiges Gesicht zeigen? Das abgeschnittene Gesicht fällt nämlich schnell ins Auge und man fragt sich: "Soll das so?"

Fazit

Generell ist das Spiel aber durchaus einen Blick wert. Spieler die nichts gegen Textboxen auszusetzen haben und Spieler die offen sind und gerne mal was anderes ausprobieren werden sich hier eine gute Stunde lang wohlfühlen.

Das Spiel punktet viel mit einem tollen Soundtrack der zusammen mit der Darstellung eine spannende Atmosphäre erzeugt.

Das Spiel ist kostenlos!

Ein Lob und Dankeschön an die Entwickler:

RedNettle Games

Natasha Bulatovic Trygg – Graphics / CEO
Petter Skult – Narrative Designer
Music / Sound – Jussi Elsilä
Fonts – Roger White
Chris Gregan – Built on fungusgames

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